Mantarochen (Manta birostris und Manta alfredi) zählen zu den anmutigsten Geschöpfen des Ozeans. Ihre Flügelspannweite (Brustflossen) kann bis zu 7 Meter betragen, und sie können über 2 Tonnen wiegen. Trotz ihrer beeindruckenden Größe ernähren sie sich von Plankton, das sie mithilfe spezialisierter Kiemen filtern, und stellen keine Gefahr für den Menschen dar. Die Begegnung mit einem Mantarochen, der im Wasser schwebt und akrobatische Saltos vollführt, ist für viele Taucher ein unvergessliches Erlebnis.
Die besten Orte zur Beobachtung von Mantarochen befinden sich in tropischen und subtropischen Gewässern, wo Unterwasserströmungen Plankton mit sich führen. Das berühmte Naturschutzgebiet Hanifaru Bay liegt auf den Malediven, genauer gesagt im Baa-Atoll. Von Mai bis November versammeln sich hier Hunderte von Mantarochen, um in einem schmalen Kanal zu fressen, in dem die Strömungen das Plankton konzentrieren. Dieser Ort gilt als der beste der Welt, um das Fressverhalten von Mantarochen zu beobachten. Hier gelten strenge Regeln: Nur Schnorcheln, begrenzte Anzahl an Booten und kein Kontakt mit Flossen oder dem Meeresboden.
Auch Indonesien ist für seine Begegnungen mit Mantarochen bekannt. Im Gebiet von Nusa Penida auf Bali, insbesondere in der Nähe von Manta Point, kann man regelmäßig Riffmantarochen (Manta alfredi) an Putzerstationen beobachten – Bereiche im Riff, wo sie von Lippfischen und anderen Putzerfischen gereinigt werden. Taucher und Schnorchler können zum Meeresgrund abtauchen und beobachten, wie die Mantarochen langsam kreisen und ihre Bäuche zur Reinigung präsentieren. Auch in Raja Ampat im Osten Indonesiens leben Riesenmantarochen, und Begegnungen mit ihnen sind häufig.
Im ecuadorianischen Galapagos-Archipel, insbesondere um die Insel Isabela, sind Mantarochen ganzjährig anzutreffen. Hier erreichen sie besonders große Größen, und Taucher können sie sowohl nahe der Oberfläche als auch in der Tiefe beobachten. Die Gewässer der Galapagosinseln wimmeln von Leben, und bei Tauchgängen mit Mantarochen begegnet man oft Hammerhaien, Seelöwen und Schildkröten. Da die Inseln als Nationalpark ausgewiesen sind, ist das Tauchen hier streng reglementiert, um den Erhalt des Ökosystems zu gewährleisten.
