Der Walhai ist der größte Fisch der Erde. Er erreicht eine Länge von 12 bis 18 Metern und ein Gewicht von bis zu 34 Tonnen. Trotz seiner beeindruckenden Größe ist er für Menschen völlig harmlos: Seine Nahrung besteht aus Plankton, kleinen Fischen und Tintenfischen, die er durch seine Kiemenbögen filtert, während er langsam mit geöffnetem Maul schwimmt. Eine Begegnung mit diesem sanften Riesen zählt zu den aufregendsten Erlebnissen im Leben eines Tauchers oder Schnorchlers. Weltweit bieten jedes Jahr immer mehr Orte diese Möglichkeit und verbinden so Tourismus mit Naturschutz.
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Walhaie wandern saisonal und versammeln sich in Gebieten mit hohem Planktonvorkommen. Eines der bekanntesten Tauchgebiete ist das Ningaloo Reef in Westaustralien. Von März bis August kann man hier nicht nur tauchen, sondern auch direkt vom Boot aus mit den Haien schnorcheln. Die lokalen Anbieter halten sich strikt an die Regeln: maximal 10 Schwimmer pro Hai, und es ist verboten, die Tiere zu berühren, ihnen zuzuwinken oder ihre Bewegungen zu stören. Dies stellt sicher, dass die Walhaie nicht gestresst werden, und Touristen haben die einzigartige Gelegenheit, neben diesem gemächlich dahingleitenden Riesen zu schwimmen.
In Mexiko, vor der Küste von Isla Mujeres und Holbox, dauert die Walhai-Saison von Mai bis September. Hunderte von Haien versammeln sich hier, um sich vom reichhaltigen Plankton des Karibischen Meeres zu ernähren. Schnorcheln ist hier auch für Anfänger geeignet: Das Wasser ist warm und ruhig, und die Haie halten sich oft nahe der Oberfläche auf. Es ist wichtig, lizenzierte Anbieter zu wählen, die die Zeit im Wasser begrenzen, um die Tiere nicht zu ermüden. Leider verstoßen einige illegale Unternehmen gegen die Regeln, daher sollten Touristen ihre Guides sorgfältig auswählen.
Auf den Malediven trifft man das ganze Jahr über auf Walhaie, insbesondere im Gebiet des Ari-Atolls und der Süd-Ari-Bucht. Hier werden sie vom hohen Planktongehalt angelockt und ernähren sich oft direkt an der Oberfläche. Die Malediven sind bekannt für ihren verantwortungsvollen Umgang mit Walhaien: Viele Resorts haben eigene Programme zur Überwachung und zum Schutz der Tiere. Touristen können nicht nur schnorcheln, sondern auch Vorträge über die Biologie der Walhaie besuchen und sich an der Datenerhebung für Wissenschaftler beteiligen.
Tansania, insbesondere die Insel Mnzimbaya (vor Sansibar), ist ein weiterer Ort, an dem Walhaie regelmäßig gesichtet werden. Die Saison dauert hier von Oktober bis März. Es werden Ausflüge mit traditionellen Dhaus angeboten, und es ist üblich, neben Haien auch Delfine und Wale zu sehen. Das Wasser des Indischen Ozeans ist klar, und die Beobachtung dieser Giganten, die langsam durchs Wasser gleiten, hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Wichtig ist, dass die lokalen Gemeinschaften vom Tourismus profitieren und dadurch eine Alternative zur Fischerei erhalten.
