Walhaie: Schwimmen mit Planktonriesen

von Detlef Roth

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In den letzten Jahren wurden Walhaie auch in anderen Regionen gesichtet: auf den Philippinen (in den Gebieten um Donsol und Oseobe), in Katar und auf den Seychellen. In einigen dieser Gebiete wird jedoch das sogenannte „Köderfischen“ praktiziert, was unter Naturschützern Kontroversen auslöst. Das Köderfischen verändert das natürliche Verhalten der Tiere, kann ihre Wanderrouten stören und sie von Menschen abhängig machen. Reisende sollten Reiseziele wählen, an denen Haie beobachtet werden können, ohne sie bei der Nahrungsaufnahme zu stören.

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Das Schwimmen mit Walhaien erfordert gewisse Fähigkeiten und Rücksichtnahme. Da sich die Haie zwar langsam, aber stetig bewegen, ist es wichtig, Energie zu sparen und sie nicht zu stören. Am besten schwimmt man nah und leicht seitlich, ohne ihnen den Weg zu versperren. Berührungen sind verboten – die Haut des Hais ist mit einer Schleimschicht bedeckt, die ihn vor Parasiten schützt. Berührungen können diese Schutzschicht beschädigen. Auch blinkende Lichter sind verboten, da sie das Tier desorientieren können. Sollte ein Hai abtauchen oder beschleunigen, verfolgen Sie ihn nicht.

Für Taucher ist das Tauchen mit einem Walhai ein ganz besonderes Erlebnis. An manchen Orten, wie beispielsweise den Malediven, können die Haie bis in Tiefen von 20–30 Metern vordringen, wo sie vor dem blauen Abgrund schwebend zu sehen sind. Beim Tauchen ist eine gute Tarierungskontrolle unerlässlich, um das Sediment nicht aufzuwirbeln und das Riff nicht zu berühren. Aber Schnorcheln ist nicht weniger aufregend: Wenn ein riesiger Hai direkt unter einem hindurchschwimmt und man sein sternförmiges Muster auf dem Rücken sieht, ist das atemberaubend.

Walhaie sind vom Aussterben bedroht. Ihre Bestände nehmen aufgrund von Beifang, Schifffahrt und leider in einigen Regionen auch durch gezielte Fischerei ab. Die Internationale Union für Naturschutz (IUCN) stuft sie als gefährdete Art ein. Walbeobachtungstourismus kann ein wirksames Instrument für den Naturschutz sein, da er Einkommen für die lokale Bevölkerung generiert und Anreize für den Schutz der Tiere schafft. Viele Forschungsprojekte werden von Touristen finanziert, die einen Beitrag zur Wissenschaft leisten möchten.

Eine Begegnung mit einem Walhai lässt einen die Unermesslichkeit und Faszination des Ozeans erkennen. Wenn man neben einem Lebewesen schwimmt, das schon Dinosaurier gesehen hat, fühlt man sich als Teil von etwas Größerem. Diese Giganten, die sich von winzigem Plankton ernähren, erinnern uns daran, dass in der Natur Größe nicht gleich Gefahr bedeutet und Ruhe stärker sein kann als Aggression. Und wenn Sie sich jemals in Gewässern befinden, in denen Walhaie leben, sollten Sie die Gelegenheit nicht verpassen – Taucherbrille und Flossen nicht vergessen!

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