Für viele ist das Schwimmen mit Delfinen ein wahr gewordener Traum. Diese intelligenten und geselligen Tiere faszinieren die Menschen seit Jahrhunderten, und eine Begegnung mit ihnen im offenen Meer kann unsere Wahrnehmung der Natur verändern. Wie jede Interaktion mit Wildtieren erfordert auch dieses Schwimmen Verständnis, Respekt und die Wahl verantwortungsbewusster Anbieter. Es gibt Orte auf der Welt, an denen Delfine sich Menschen freiwillig nähern, und andere, an denen sie künstlich angelockt werden, was ihnen schaden kann. Wie kann man den Unterschied erkennen und die Begegnung sicher erleben?
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In freier Wildbahn zeigen Delfine oft Neugierde gegenüber Schwimmern. In den Gewässern um die Azoren, vor der Küste Neuseelands (Bay of Islands), im Roten Meer (Satayah-Gebiet) und auf den Bahamas kann man beobachten, wie Delfine sich Booten nähern und Schwimmer begleiten, manchmal stundenlang. Dies ist ihre freie Entscheidung, und solche Begegnungen sind besonders wertvoll. An manchen Orten, wie beispielsweise Hawaii, ist es gesetzlich streng verboten, sich Delfinen bis auf einen bestimmten Abstand zu nähern. Die Delfine selbst können sich jedoch nähern, wenn sie dies wünschen.
Die Azoren zählen zu den besten Orten für verantwortungsvolle Delfinbeobachtungen. Sie beherbergen verschiedene Delfinarten (Gemeine Delfine, Graue Delfine und Große Tümmler) sowie Wale. Lokale Anbieter halten sich an strenge Regeln: Die Tiere dürfen nicht gejagt werden, und man darf sich ihnen nicht auf weniger als 50 Meter nähern, es sei denn, die Tiere kommen von selbst. Schnorcheln mit Delfinen ist nur in ausgewiesenen Gebieten und unter Aufsicht von Biologen erlaubt. Dadurch bleiben solche Begegnungen natürlich und sicher für beide Seiten.
In einigen Regionen, insbesondere in der Karibik und auf den Malediven, werden sogenannte „Delfinwanderungen“ im offenen Meer angeboten. Dabei suchen Boote nach Delfinschulen, und wenn Delfine gesichtet werden, dürfen Schwimmer ins Wasser gehen. Wenn sich der Betreiber an ethische Grundsätze hält (keine Wege blockieren, keine Jetskis benutzen und die Anzahl der Schwimmer begrenzen), kann das Erlebnis positiv sein. Es gibt jedoch auch beunruhigende Beispiele dafür, wie Delfine gefüttert werden, um sie an Boote zu gewöhnen. Dies verändert ihr Verhalten und macht sie verletzlich.
Die umstrittensten Fälle sind Delfinarien und das „Schwimmen mit Delfinen“ in Gefangenschaft. In solchen Einrichtungen werden Delfine in engen Becken gehalten, oft unter Stressbedingungen, und gezwungen, Kunststücke zur Unterhaltung vorzuführen. Viele Tierschutzorganisationen, darunter der WWF und die Born Free Foundation, fordern ein Ende dieser Industrie. Für Briten, die hohe Tierschutzstandards gewohnt sind, lohnt es sich, nach Alternativen zu suchen, bei denen Delfine in Freiheit leben.
