Hawaii, insbesondere die Gegend um Big Island, bietet weltberühmte Nachttauchgänge mit Mantarochen. Im Kona Shores Resort tauchen die Taucher zum Meeresgrund und schalten helle Lichter ein, die Plankton und anschließend die Mantarochen anlocken. Diese Giganten vollführen akrobatische Saltos direkt über den Köpfen der Taucher und bieten so ein unvergessliches Schauspiel. Obwohl diese Art von Tourismus umstritten ist (manche sehen darin einen Eingriff in die Natur), ist sie gut organisiert und wird seit Jahrzehnten praktiziert, ohne die Population zu schädigen.
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Mantas sind hochintelligente Tiere mit großen Gehirnen. Sie erkennen Taucher, zeigen Neugier und schwimmen manchmal sehr nah heran. Untersuchungen haben gezeigt, dass jeder Manta ein einzigartiges Bauchmuster besitzt, anhand dessen er identifiziert werden kann. Touristen können einen Beitrag zur Wissenschaft leisten, indem sie ihre Fotos in Datenbanken wie dem Manta Trust hochladen, der Wanderungen und Populationen erfasst. Die Teilnahme an solchen Bürgerwissenschaftsprojekten bereichert die Reise und verleiht ihr mehr Bedeutung.
Beim Schwimmen mit Mantarochen ist es wichtig, die Verhaltensregeln zu beachten. Berühren Sie die Tiere nicht – ihre Haut ist mit Schleim bedeckt, und Berührungen können diesen beschädigen. Verwenden Sie keine Taschenlampe in der Nähe – das kann die Tiere erschrecken. Am besten liegt man ruhig an der Oberfläche oder am Grund und lässt die Mantarochen von selbst kommen. Wenn Sie Flossen tragen, vermeiden Sie plötzliche Bewegungen, um die Tiere nicht zu stören. Mantarochen haben im Allgemeinen keine Angst vor Menschen, aber Lärm und Störungen können sie vertreiben.
Schnorchler können Mantarochen an denselben Orten wie Taucher antreffen, oft in geringeren Tiefen. Auf den Malediven, in der Hanuma-Bucht, ist Schnorcheln sogar empfehlenswerter, da Mantarochen dort nahe der Oberfläche jagen. In Indonesien, auf Nusa Penida, können Sie die Tiere vom Boot aus beobachten, während Sie mit Maske und Schnorchel tauchen. Es ist wichtig, Anbieter zu wählen, die das Verhalten von Mantarochen verstehen und die Tiere nicht belästigen.
Mantarochen sind bedroht: Sie pflanzen sich langsam fort (ein Weibchen bringt nur alle zwei bis drei Jahre ein Kalb zur Welt), verfangen sich häufig als Beifang in Fischernetzen und sind zudem durch Kollisionen mit Booten gefährdet. In einigen Regionen wurden sie wegen ihrer Kiemen für die traditionelle Medizin gefangen, doch viele Länder, darunter Indonesien und die Malediven, haben inzwischen umfassenden Schutz für sie eingeführt. Der Mantarochen-Tourismus generiert Millionen von Dollar und ist ein starker Anreiz für den Artenschutz.
Wenn ein Mantarochen über Ihnen schwimmt und den Himmel verdeckt, und sich dann dreht, um den Sternenhimmel freizugeben, scheint die Zeit stillzustehen. Diese Geschöpfe wirken wie Außerirdische – ihre Bewegungen sind so anders als alles, was wir kennen. Sie gleiten mühelos dahin und lassen Sie den Alltag vergessen. Eine Begegnung mit einem Mantarochen erinnert uns daran, dass der Ozean voller Wunder ist, die es zu schützen gilt. Und jeder, der eine Maske und Flossen anlegt, kann Teil dieses Wunders werden und es für zukünftige Generationen bewahren.
