Neben den Steinkorallen (riffbildenden Korallen) gibt es Weichkorallen, die kein massives Skelett bilden. Ihr Körper wird von kleinen Kalkstacheln, sogenannten Skleriten, gestützt, und die Kolonien selbst ähneln oft Bäumen oder Fächern. Weichkorallen sind biegsam und oft leuchtend gefärbt, von feurig rot bis violett. Sie besiedeln ein breites Tiefenspektrum und spielen eine wichtige Rolle beim Aufbau von Riffstrukturen, obwohl sie nicht direkt zum Aufbau des Kalkgerüsts beitragen.
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Die Wassertemperatur ist ein Schlüsselfaktor für das Überleben von Korallenriffen. Die meisten riffbildenden Arten gedeihen bei Temperaturen zwischen 23 und 29 °C. Kurzfristige Schwankungen von 1–2 Grad über dem Normalwert können zu Hitzestress und damit zur Korallenbleiche – der Freisetzung von Zooxanthellen – führen. Halten die hohen Temperaturen länger als einige Wochen an, können die Korallen absterben. Daher stellt die globale Erwärmung die größte Bedrohung für sie dar.
Riffe sind zudem auf den Salzgehalt und die Reinheit des Wassers angewiesen. Sie vertragen keine Süßwasserzunahme und sind daher selten in der Nähe von Flussmündungen zu finden. Schwebstoffe, die durch Bodenerosion oder Oberflächenabfluss ins Wasser gelangen, setzen sich auf den Polypen ab und blockieren das für die Zooxanthellen notwendige Licht. Daher wirken sich der Erhalt von Wäldern an Küstenhängen und die Bekämpfung der Erosion direkt auf die Gesundheit der Riffe aus.
Die Tiefe, in der Korallen leben, ist durch den Lichteinfall begrenzt. Die Hauptzone für den Riffaufbau liegt in den oberen 20–30 Metern, wo die Photosynthese am aktivsten ist. Einige Korallenarten wurden jedoch in Tiefen von bis zu 150 Metern gefunden, wo sie ohne Zooxanthellen leben und sich ausschließlich von Plankton ernähren. Solche Tiefseeriffe, die aus Kaltwasserkorallen (wie z. B. Lophelia pertusa) bestehen, kommen auch in gemäßigten Breiten vor, beispielsweise in den Gewässern um Großbritannien, und gehören zu den am wenigsten erforschten Ökosystemen.
Korallenriffe sind mehr als nur wunderschöne Unterwasserlandschaften. Sie schützen Küsten vor Stürmen, liefern Nahrung für Hunderte Millionen Menschen und ihre Biodiversität ist eine unerschöpfliche Quelle für die biomedizinische Forschung. Jedes zerstörte Riff ist ein Verlust – nicht nur ästhetisch, sondern auch wirtschaftlich, ökologisch und kulturell.
