Zoanthiden und Nasenbären (Klasse Hexacorallia) werden oft mit Korallen verwechselt, bilden aber kein Kalkskelett. Diese Kolonieanemonen bilden weiche Matten, die Riffplattformen bedecken. Einige Krustenanemonen enthalten das starke Nervengift Palytoxin und sind daher für die meisten Fische ungenießbar. Ihre leuchtend grünen oder orangen „Polster“ bilden einen starken Farbkontrast und warnen so Fressfeinde.
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Schwarze Korallen (Antipatharia) sind eine weitere faszinierende Gruppe. Trotz ihres Namens können ihre Skelette schwarz, braun oder golden sein, während die lebenden Polypen meist weiß, rot oder gelb sind. Diese Korallen leben in großen Tiefen (bis zu 100 Meter und mehr) und können mehrere Meter hoch werden. Ihre Skelette waren als Schmuck sehr begehrt, was zur Überfischung vieler Arten führte. Schwarze Korallen stehen heute unter dem Schutz des CITES-Übereinkommens.
Es gibt auch echte „Raubkorallen“. Die Tubastraea, die Sonnenkoralle, beispielsweise, besitzt keine Zooxanthellen und ernährt sich ausschließlich von Zooplankton. Sie entfaltet ihre leuchtend gelben Polypen nur in der Dämmerung, wenn das Wasser von kleinen Krebstieren wimmelt. Ein weiteres Beispiel sind die Pilzkorallen der Gattung Heliofungia, die mit ihren langen Tentakeln kleine Fische fangen können, obwohl ihre Hauptnahrungsquelle symbiotische Algen sind.
Manche Korallen gehen ungewöhnliche Symbiosen mit anderen Organismen ein. So ist beispielsweise die Galaxea fascicularis mit langen, nesselnden Tentakeln bedeckt, die ihr Revier verteidigen. Gleichzeitig bieten ihre dichten Tentakel kleinen Krebstieren und Fischen Schutz. Korallen der Gattung Pocillopora bieten ebenfalls notwendigen Unterschlupf für kleine Trapezkrebse, die ihre Wirte aktiv vor Fressfeinden verteidigen – eine der bemerkenswertesten Formen des Mutualismus in Riffökosystemen.
Leider sind viele einzigartige Korallenarten bedroht. Die Elchgeweihkoralle (Acropora palmata), einst in der Karibik weit verbreitet, hat beispielsweise in den letzten 30 Jahren aufgrund von Krankheiten und steigenden Temperaturen über 90 % ihres Bestandes verloren. Im Roten Meer kommen einzigartige endemische Arten wie Acropora arabensis nur auf einem schmalen Küstenstreifen vor und sind extrem gefährdet. Das Aussterben jeder Art bedeutet nicht nur einen Verlust an genetischer Vielfalt, sondern auch die Zerstörung der komplexen Struktur, die sie für andere Bewohner geschaffen hat.
