Die Jagd der Delfine erfolgt oft kooperativ. Gemeine Delfine können einen Fischschwarm einkreisen, sich nahe der Wasseroberfläche zu einem dichten Ball formieren und dann abwechselnd gegen ihn stoßen, um ihre Beute zu betäuben. Vor der Küste Floridas wenden Große Tümmler eine Technik namens „Ringing“ an: Sie erzeugen Kreise aus aufgewirbeltem Schlamm, die Fische in ihre Mäuler locken. In Brasilien arbeiten Große Tümmler mit Fischern zusammen: Sie treiben die Fische zu deren Booten, und die Fischer teilen ihren Fang – ein seltenes Beispiel für Mutualismus zwischen Mensch und Wildtier.
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Delfine sind für ihre Fürsorge für Artgenossen bekannt. Zahlreiche Fälle wurden dokumentiert, in denen Delfine verletzte oder kranke Gruppenmitglieder an der Wasseroberfläche stützten und ihnen beim Atmen halfen. Manchmal nehmen sie auch verwaiste Kälber auf. Dieses altruistische Verhalten könnte evolutionäre Wurzeln haben: Indem sie nahen Verwandten helfen, fördern Delfine das Überleben gemeinsamer Gene.
Die Bedrohungen für Delfine sind vielfältig. Beifang in Fischernetzen tötet jedes Jahr weltweit Tausende von Delfinen. In einigen Ländern (zum Beispiel in Taiji, Japan) wird immer noch Delfinjagd betrieben. Schwermetall- und PCB-Belastung im Meer reichert sich im Gewebe der Delfine an und beeinträchtigt ihre Immunität und Fortpflanzungsfähigkeit. Lärm von Schiffen, militärischem Sonar und seismischen Erkundungen stört die Echoortung und kann zu Massenstrandungen führen.
Delfine stehen in britischen Gewässern unter Schutz. Es gibt Überwachungsprojekte (wie die Sea Watch Foundation), in denen Freiwillige Begegnungen dokumentieren. Wichtig: Wenn Sie Delfinen auf See begegnen, versuchen Sie nicht, auf sie zuzuschwimmen, sie zu füttern oder zu berühren – dies kann ihr natürliches Verhalten stören und ihnen sogar schaden. Ethische Beobachtung vom Boot oder Ufer aus ist die beste Möglichkeit, Begegnungen mit ihnen zu genießen.
Die Zukunft der Delfine hängt von unserem Umgang mit dem Ozean ab. Die Einrichtung von Meeresschutzgebieten, die Anwendung selektiverer Fischereimethoden und die Reduzierung der Plastikverschmutzung sind unerlässlich für den Erhalt ihrer Populationen. Delfine sind mehr als nur Symbole des Ozeans; sie sind sein Bewusstsein, seine Seele. Die Begegnung mit ihnen erinnert uns daran, dass wir nicht allein auf diesem Planeten sind und dass andere Formen des Bewusstseins Respekt und Schutz verdienen.
