Stachelrochen (Dasyatidae) besitzen einen giftigen Stachel an ihrem Schwanz. Der bekannteste Fall ist der Tod des australischen Fernsehmoderators Steve Irwin, dessen Herz von einem Stachel durchbohrt wurde. Ein Stachelrochenbiss (oder besser gesagt, ein Stich) verursacht extrem starke Schmerzen, Schwellungen, Muskelkrämpfe und in seltenen Fällen den Tod durch Blutverlust oder anaphylaktischen Schock. Stachelrochen liegen normalerweise am Meeresgrund, im Sand vergraben, und sind nicht aggressiv. Tritt man jedoch auf sie oder erschreckt sie, schlagen sie mit ihrem Schwanz zu. Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme ist, mit den Füßen über den Meeresgrund zu schlurfen, um den Stachelrochen zu verscheuchen, bevor man auf ihn tritt.
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Nur wenige Haiarten gelten als gefährlich für den Menschen. Der Weiße Hai (Carcharodon carcharias), der Tigerhai (Galeocerdo cuvier) und der Bullenhai (Carcharhinus leucas) sind für die meisten unprovozierten Angriffe verantwortlich. Die Wahrscheinlichkeit, von einem Hai gebissen zu werden, ist jedoch im Vergleich zum Ertrinkungs- oder Hitzschlagrisiko verschwindend gering. Dennoch wird vom Schwimmen in Gebieten abgeraten, in denen gefischt wird oder Haie jagen.
Weniger bekannt, aber extrem gefährlich ist der Krötenfisch (Thalassophryne amazonica und andere Arten). Er besitzt hohle Stacheln, durch die er Gift injiziert, was starke Schmerzen und Schwellungen verursacht. Dieser Fisch gräbt sich in den Schlamm ein und ist schwer zu entdecken. Er kommt in tropischen Gewässern Amerikas vor. Ein weiterer giftiger „Tarnfisch“ ist der Skorpionfisch (Scorpaena), dessen Flossenstrahlen ein Nervengift enthalten. Ein Stich verursacht lokale Schmerzen und Schwellungen, führt aber selten zu schwerwiegenden Folgen.
Interessanterweise greifen giftige Fische Menschen nicht aktiv an. Ihr Gift dient der Verteidigung gegen Fressfeinde, nicht der Jagd. Die meisten Unfälle passieren aus Unachtsamkeit oder Unwissenheit: Man versucht, die Fische anzufassen, tritt auf sie oder steckt die Finger in Spalten. Deshalb gilt für Taucher und Schnorchler die wichtigste Regel: Abstand halten und nichts berühren.
Bei einem Stich sofort das Wasser verlassen, die betroffene Extremität ruhigstellen und den Betroffenen so schnell wie möglich in ein medizinisches Zentrum bringen. Das Eintauchen der Extremität in heißes (nicht kochendes!) Wasser kann helfen, einige hitzeempfindliche Giftstoffe zu zerstören, ersetzt aber keine professionelle Hilfe. Führen Sie immer einen Erste-Hilfe-Kasten mit und kennen Sie die örtlichen Notrufnummern. Das Meer ist wunderschön, aber es duldet keine Zimperlichkeit. Seine Bewohner sind keine Spielzeuge, sondern Wildtiere, die ihre Verteidigungsmechanismen über Millionen von Jahren perfektioniert haben.
