Der Ozean ist voller anmutiger kleiner Geschöpfe, aber auch wahrhaft kolossaler Kreaturen, deren Größe man sich kaum vorstellen kann. Die größten Fische unseres Planeten sind nicht die aggressiven Raubtiere, die man oft aus Filmen kennt, sondern friedliche Giganten, die sich von kleinstem Plankton ernähren. Eine Begegnung mit ihnen hinterlässt einen bleibenden Eindruck und erinnert uns daran, dass wir Menschen in ihrem Element nur Gäste sind.
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Der absolute Rekordhalter unter allen Fischen ist der Walhai (Rhincodon typus). Dieser Gigant kann Längen von über 12 Metern erreichen (Exemplare von bis zu 18–20 Metern wurden bereits dokumentiert) und bis zu 34 Tonnen wiegen. Trotz seiner beeindruckenden Größe ernährt sich der Walhai von Plankton, kleinen Fischen und Tintenfischen und filtert das Wasser durch seine Kiemenbögen. Er schwimmt langsam nahe der Oberfläche mit geöffnetem Maul und wirkt so wie ein wohlwollender Riese. Eine Begegnung mit einem Walhai ist für viele Taucher ein Traum. Sie kommen in tropischen Gewässern vor den Philippinen, Mexiko, den Malediven und Tansania vor. Untersuchungen zeigen, dass diese Haie weite Wanderungen unternehmen und dabei Tausende von Kilometern zurücklegen.
Der zweitgrößte Hai ist der Riesenhai (Cetorhinus maximus). Auch er ernährt sich von Plankton und erreicht eine Länge von bis zu 10–12 Metern. Er lebt in gemäßigten und kalten Gewässern, darunter im Nordatlantik, und ist häufig vor der Küste Großbritanniens anzutreffen. Im Frühling und Sommer steigen Riesenhaie an die Oberfläche, sonnen sich und filtern das Wasser. Trotz ihrer oberflächlichen Ähnlichkeit mit Weißen Haien sind sie für Menschen völlig harmlos, solange man sie nicht stört. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden sie wegen ihrer squalenreichen Leber aktiv gejagt, doch ihr Bestand erholt sich inzwischen.
Unter den Knochenfischen (nicht Haien) hat der Mondfisch (Mola mola) den massigsten Körper. Sein Aussehen ist so ungewöhnlich, dass es fast außerirdisch wirkt: Es besitzt keine Schwanzflosse, sein Körper ist seitlich abgeflacht und ähnelt einer riesigen Scheibe, und seine Rücken- und Afterflosse erwecken den Eindruck eines Propellers. Mondfische können über zwei Tonnen wiegen und drei Meter lang werden. Sie leben in gemäßigten und tropischen Gewässern und liegen oft auf der Seite nahe der Wasseroberfläche, was zu Legenden über „tote“ Fische geführt hat. In Wirklichkeit sonnen sie sich oder steigen zur Oberfläche auf, um Parasiten loszuwerden, und locken dabei Möwen an.
