Farben des Ozeans: Die schönsten Fische der Welt

von Detlef Roth

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Falterfische (Familie Chaetodontidae) sind ebenfalls ein absolutes Muss. Es gibt über 120 Arten dieser anmutigen Tiere, die alle wie von einem Juwelier kunstvoll gestaltet sind. Der Pyramidenfalterfisch (Hemitaurichthys polylepis) beispielsweise trägt ein leuchtend gelbes Dreieck auf seinem schneeweißen Körper, während der Schalenfalterfisch (Chelmon rostratus) sich durch seine lange, spitz zulaufende Schnauze auszeichnet, mit der er Polypen aus Korallen löst. Ihre Färbung umfasst oft auch falsche Augen auf dem Schwanz, um Fressfeinde zu verwirren.

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Die Welt der Rifffische ist ohne Lippfische undenkbar. Unter ihnen sticht der sogenannte Chinesische Lippfisch (Cheilinus fasciatus) mit seinem schachbrettartigen Muster aus weißen und roten Streifen hervor, ebenso wie der Grüne Lippfisch (Labrus viridis), der in allen Smaragdtönen schimmert. Lippfische sind bekannt für ihre Fähigkeit, im Laufe ihres Lebens das Geschlecht zu wechseln: Fast alle werden als Weibchen geboren, und die größten Exemplare verwandeln sich später in Männchen, die einen Harem anführen.

Auch kalte Gewässer bergen ihre eigenen Schönheiten. So zum Beispiel der Atlantische Papageifisch (Labrus bergylta) – obwohl seine Färbung dezenter ist als die seiner tropischen Verwandten, besticht er durch eine Vielfalt an Farben: von Dunkelgrün bis Rot-Orange. Und in den nördlichen Meeren lebt die Pfauengrundel (Pomatoschistus pictus), deren Flossen mit leuchtend blauen und gelben Flecken geschmückt sind, die sie während der Balz präsentiert.

Warum ist der Ozean so farbenprächtig? Zum einen wird Licht im Wasser gebrochen, und leuchtende Muster in großen Tiefen dienen der Tarnung – Rottöne beispielsweise werden bereits nach wenigen Metern absorbiert und erscheinen schwarz. Zum anderen hilft die Färbung Fischen, andere Fische zu erkennen, Konkurrenten abzuwehren und Partner anzulocken. Viele farbenprächtige Fische sondern giftigen Schleim ab, und ihre leuchtenden Farben dienen als Warnung: „Finger weg!“

Leider sind viele dieser wunderschönen Tiere durch die Zerstörung von Korallenriffen, Umweltverschmutzung und Überfischung für den Aquarienhandel bedroht. Internationale Organisationen wie CITES regulieren zwar den Fang einiger Arten, doch das Problem bleibt akut. Diese Fische in freier Wildbahn zu beobachten, ist eine seltene Gelegenheit, die sich Tauchern in Schutzgebieten wie dem Great Barrier Reef, dem Roten Meer oder den Malediven bietet.

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