Hydrothermalquellen: Lebensoasen in einer Vulkanwüste

von Detlef Roth

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Hydrothermale Quellen gelten als ein Modell für den Ursprung des Lebens auf der Erde. Die Bedingungen auf der frühen Erde – hohe Temperaturen, ein Überangebot an chemischen Substanzen und Sauerstoffmangel – ähnelten denen in der Umgebung von Tiefseequellen. Viele Wissenschaftler glauben, dass die ersten Lebewesen genau in solchen Nischen entstanden sein könnten. Die Erforschung dieser Ökosysteme ist daher auch ein Versuch, in die Tiefen der Zeit, zum Ursprung des Lebens, zu blicken.

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Jedes Mal, wenn ein Tauchboot zu einem neuen hydrothermalen Feld vordringt, werden neue Entdeckungen gemacht: neue Arten, neue Symbiosen, neue biochemische Prozesse. So werden beispielsweise Enzyme aus Tiefseebakterien bereits in der Biotechnologie eingesetzt – sie sind bei hohen Temperaturen stabil und bergen Potenzial für industrielle Anwendungen. Hydrothermale Quellen erinnern uns daran, dass Leben selbst an scheinbar unmöglichen Orten existieren kann. Und vielleicht liegen dort, in der Dunkelheit und im Druck, die Schlüssel zum Verständnis, wie das Leben entstand – und wo wir jenseits unseres Planeten danach suchen müssen.

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